lana-del-rey-ultraviolence-album-cover
  • Release Date: Juni 13, 2014
  • Catalog No: B00KC9GPBM
  • Label: Vertigo/Universal Music
  • Type: Pop
Album kaufen bei Amazon

Lana Del Rey: Ultraviolence

Rating:

Summertime Sadness Sadness – Von der Kunst, unglücklich zu sein

Lana Del Rey ist eine tieftraurige Frau; das hat sie mit dem Ausspruch „Ich wünschte, ich wäre schon tot“ wieder einmal bestätigt. Und auch ihre Musik erzählt unaufhörlich Geschichten von zerbrochener Sehnsucht, tragischer Melancholie und dunklen Stunden. Wie kann solche Traurigkeit nur so schön sein?

Lana Del Rey, die 1986 als Elizabeth Grant geboren wurde, ist dort, wo viele Popsternchen und Amateure gerne wären: ganz oben. Mit den Songs „Video Games“ und „Summertime Sadness“ wurde sie berühmt, ihr 2012er Debüt „Born To Die“ schoss weltweit an die Spitze der Charts. Auch in Deutschland, wo es bis heute sechseinhalb Millionen Male verkauft, mit fünffach Gold und dreifach Platin ausgezeichnet wurde. Ihrem Stil – die Schwere der Schönheit oder die Schönheit der Schwere – bleibt sie auch auf dem Nachfolgewerk „Ultraviolence“ treu.

Man watet durch „Ultraviolence“ wie durch Melasse: warm und weich zieht sie einen unaufhaltsam nach in die Tiefe. Die erste Singleauskopplung „West Coast“, ein Song der den Lifestyle der US-Westküste beschwört, ist dabei noch der fröhlichste unter den 12 neuen Tracks. Er könnte den Sommer feiern, wie es zum Beispiel „Good Vibrations“ von den Beach Boys tat, luftig, in der Sonne tanzend. Doch Lana Del Rey kleidet dieses Bild in die Schwere der Sommerhitze, wenn zwar alles schön, aber unsagbar anstrengend ist.

Von trauriger Schönheit: Lana Del Rey (Foto: Neil Krug)

Von trauriger Schönheit: Lana Del Rey (Foto: Neil Krug)

Obwohl die herabziehende Leichtigkeit auf „Ultraviolence“ wie aus einem Guss klingt, versinkt das Album niemals in Eintönigkeit. Jeder Song trägt diesen Zauber einer rehäugig-depressiven Lana Del Rey in sich, der niemals der Gravitation nachgibt und stets zwei Zentimeter über dem Meeresgrund schwebt.

Mit klaren Bass- und E-Gitarrenlinien, sattem, aber reduziertem Sound erschafft Lana Del Rey Perlen wie die zweite Single „Brooklyn Baby“, das dramatische „My Way Up To The Top“ oder das jazzig angehauchte „The Other Woman“. Eine schwarz-weiße Gefühlswelt in Musik gebannt.

„My boyfriend’s pretty cool but he’s not as cool as me.“

Wie kann man schöne Dinge nur so traurig klingen lassen und traurige Dinge so schön? Lana Del Rey gelingt es scheinbar mühelos, jedes Gefühl mit seinem schwermütigen Zwilling zu verkuppeln. Herausgekommen ist ein wunderschönes und hörenswertes Album, das den ganzen Sommer über auf Repeat gestellt werden kann. „Ultraviolence“ übertrifft „Born To Die“ noch einmal um Längen – und Tiefen.

Lana Del Rey – offizielle Homepage
Lana Del Rey – Facebook

(Kathrin Tschorn)

©Sound Infection 2015