Ab 28. März erhältlich auf Century Media
  • Release Date: März 28, 2014
  • Catalog No: B00IERJQE2
  • Label: Century Media
  • Type: Metal
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Lacuna Coil: Broken Crown Halo

Rating:

“Cristina, ich will ein Tattoo von dir!”

Ich liebe Lacuna Coil. Zugegeben, eine objektive Review mit einem solchen Satz zu beginnen, ist vermutlich keine gute Idee, wäre da nicht ein großes „Aber“: Denn offen gesagt haben Lacuna Coil schon seit längerem kein Album mehr auf die Menschheit losgelassen, dass einen hysterisch schnaufend auf den Repeat-Knopf drücken ließ, sodass die Italiener die letzten Jahre nur noch durch die herausragende Live-Performance von Sängerin Cristina Scabbia ihren Kultstatus halten konnten.
Doch was lange währt, wird endlich gut, heißt es, und so schmettern die Gothic-Metal-Vorreiter mit „Broken Crown Halo“ wieder ein Album auf den Markt, das das Zeug zum neuen „Comalies“ hat.

Gothic Metal at its best: Lacuna Coil (Foto: Steve Prue)

Gothic Metal at its best: Lacuna Coil (Foto: Steve Prue)

Denn trotz dessen, dass kurz nach der Fertigstellung der elf Schmettertracks zwei Mitglieder die Band verließen (kein gutes Omen…) und Lacuna Coil im letzten Jahr viele persönliche Hindernisse zu überwinden hatten, kann man den Italienern keinen Vorwurf in Sachen fehlender Konzentration machen.
„Nothing Stands In Our Way“ kommt als Opener mit Hymnen-Name noch ein wenig schwach daher und erinnert stark an den Stil der letzten Alben. Bei „Hostage To The Light“ bricht dann auf der Scheibe aber endlich das durch, was die Live-Shows so großartig macht: Totale Hingabe. Versteht mich nicht falsch, theoretisch hatten Lacuna Coil diese immer, sie schimmerte nur seit längerem nicht mehr derart hörbar auf den Alben durch – die Songs waren keinesfalls schlecht, nur nicht derart herausragend wie beispielsweise der Klassiker “Heaven’s A Lie”.

Bei „Die And Rise“ knallt der Bass genial in den Vordergrund und erzeugt mit Andrea Ferros Vocals zu Beginn einen starken Industrial-Klang, den lediglich die sanfte Frauenstimme im Refrain wieder zurück in den Gothic-Bereich zerrt.

Doch all dies ist nur höfliche Aufwärmung im Gegensatz zu dem durch und durch perfekten „I Forgive (But I Won’t Forget Your Name)“ – nicht nur, dass der Songtitel eine hervorragende Vorlage für das nächste Tattoo wäre, musikalisch und gesanglich kann man bei dem Duett von Cristina und Andrea vorsichtig behaupten, dass es sich um den besten Track der Band seit Jahren handelt.
Da ist eigentlich nur noch schade, dass die Guten bisher lediglich eine Show in Europa bestätigt haben und für die kommenden Monate in Amerika unterwegs sein werden. Die Zeit bis zu den nächsten Deutschland-Dates lässt sich jedoch prima mit Cristina Scabbias fleißig gefüllten Facebookseite vertreiben. Denn wenn ihr langweilig ist, sortiert die Lady Jelly Beans nach Farben und macht Fotos davon… Naja, scheint zu helfen.

Lacuna Coil – Homepage
Lacuna Coil – Facebook

(Anne-Catherine Swallow)