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  • Release Date: Januar 15, 2015
  • Catalog No: B00PRC2ELY
  • Label: Universal Music
  • Type: Folk und Rock
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Katzenjammer: Rockland

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Norwegischer Roadtrip ins Rockland

Obwohl sich Katzenjammer gerne auf die Fahnen schreiben, nicht gefällig sein zu wollen, klingt ihr neustes Werk „Rockland“ doch ziemlich gefällig. Allerdings bleiben die vier Norwegerinnen ihrer breitgefächerter Mischung aus Country, Folk, Blues, Pop und Rock treu und bilden so natürlich irgendwie ihre eigene Stilrichtung, in der sie zugleich sowohl die krassesten Indie-Außenseiter als auch die mainstreamigste Band sind. Das verspricht schon mal Aufregung im Rockland.

2008 zeigte das Debüt des norwegischen Quartetts „Le Pop“, dass es auf Platte genauso viel Spaß macht wie bei seinen spektakulären Liveauftritten, bei denen quasi im Songtakt Instrumente getauscht und musikalische Experimente gemacht werden. Das Nachfolgealbum „A Kiss Before You Go“ landete auf Platz 7 der Charts und machte Anne Marit Bergheim, Turid Jørgensen, Marianne Sveen und Solveig Heilo auch hierzulande bekannt.

Gar kein Katzenjammer: das neue Album des norwegischen Quartetts (Foto: Paal Audestad)

Gar kein Katzenjammer: das neue Album des norwegischen Quartetts (Foto: Paal Audestad)

Auf „Rockland“ zeichnen sich die vier Damen nun erstmals als hauptsächliche Songwriterinnen aus. Dafür sind sogar um die Welt gereist, um Inspiration zu finden. Herausgekommen sind 83 Songs, die für „Rockland“ aber auf verträgliche elf Tracks geschrumpft wurden.

„Ich denke, das Album ist uns näher, als wir es normalerweise mit Katzenjammer haben wollen, da die Band die direkte Quelle war”, sagt Solveig Heilo über den Entstehungsprozess.

Ob das Quartett es nun so wollte oder nicht, ist ihnen eine weitläufige Mischung gelungen, die einerseits eingängig und radiotauglich klingt, andererseits aber durch verschiedene Stilbrechungen der Gefahr der Trivialität elegant ausweicht.

Ist es doch ohnehin nicht üblich, einen Nashville-Sound aus dem hohen Norden präsentiert zu bekommen, experimentieren die Katzenjammer-Damen neue Klänge hinein, aus denen dann so etwas Außergewöhnliches wie der triphoppige Rocksong „Oh My God“ entsteht. Wer es etwas traditioneller mag, kann sich zum Beispiel an die hervorragende Blues-Ballade „Driving After You“ halten.

Ein bisschen mehr davon, ein bisschen weniger Eingängigkeit, ein wenig mehr Selbstbewusstsein zum Brechen mit den eigenen Grenzen – denn wie sagen Katzenjammer selbst:

„Es geht darum, neugierig und offen für alles zu sein. In dem Moment, in dem man aufhört neugierig zu sein, hört alles auf.“


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(Kathrin Tschorn)