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  • Release Date: Februar 28, 2014
  • Catalog No: B00I3S3756
  • Label: Blankomusik/Sony Music
  • Type: Pop
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Julian le Play: Melodrom

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Intensiver, gefühlvoller Deutsch-Pop

Unser Nachbarland Österreich versorgt uns nicht nur mit Sachertorte, sondern auch regelmäßig mit neuer (deutschsprachiger) Musik. Begonnen bei Mozart über Falco bis hin zu Christina Stürmer, folgt nun Julian le Play. Der ist jung und tiefgründig und eine Mischung aus Tim Bendzko und Philip Poisel mit leichten Elektroeinschlägen – wie er auf seinem Zweitlingswerk „Melodrom“ einmal mehr zeigt.

In Österreich ist Julian le Play schon seit längerem kein Unbekannter mehr. Schon als Kind trat er beim „Kiddy Contest“ auf, weitere Castingshow- und Fernseh- und Radioauftritte folgten. 2012 erschien sein Debütalbum „Soweit Sonar“; seine erste Single „Mr. Spielberg“ gehörte zu den meistgespielten Liedern 2012. Zwei Amadeus Awards – so eine Art österreichischer Echo – folgten der Veröffentlichung.

Aber wie das so ist: Erfolg macht Stress. Letztlich fehlten Julian le Play Zeit und Muße, neue Songs zu schreiben. Deshalb verordnete sich der 22-Jährige eine Auszeit. In die Stille kroatischer Küstenregionen verschlug es ihn, um an neuen Texten und Sounds – in diesem Fall musikalischen Gedichten – zu feilen. Herausgekommen ist „Melodrom“. Ein elegantes Wortspiel: irgendetwas zwischen melo, dem Klang, dem Melodram als Genre und drómos, dem Weg.

Nachdenklicher junger Mann: Julian le Play / Foto: Kidizin Sane

Nachdenklicher junger Mann: Julian le Play / Foto: Kidizin Sane

In „Melodrom“ ist drin, was draufsteht: Julian le Play beschreitet einen klanglichen, dramatischen Weg. Anspruch war, schöne Worte zu finden, deren Symboliken alleine Geschichten erzählen. Das ist gelungen. Beinahe leichtfüßig führt der junge Österreicher in 14 Melo-Gedichten durch eine melancholische Stimmungslandschaft, durch Sehnsucht, Schwermut und Dunkelheit, aber doch immer voller Hoffnung und Lebensmut.

Freunde von Tim Bendzkos Unbeschwertheit und Philip Poisels Melancholie werden hier fündig werden. Schon der Eröffnungstrack (nach dem Intro) „Mein Anker“ – der stärkste Song des Albums – klingt verdächtig nach einem durch den Elektromixer gejagten Poisel. Wobei Elektro hier nicht gleichbedeutend mit Partymucke ist; Julian le Play bleibt ruhig und vollkommen stressfrei. Anspieltipp: Fallschirm

Es ist schwierig, „Melodrom“ zu kategorisieren – ebenso wie man sich an der Schönheit von Gedichten erfreuen und sie nicht interpretieren sollte. Julian le Play gehört zur neuen Generation der gefühlvollen deutschen Singer-Songwriter, ein Genre, das irgendwann mal von Xavier Naidoo begründet wurde und sich heute zwischen Philip Poisel am reduzierten Ende der Skala und Adel Tawil am poppigen Endpunkt abspielt. Dazwischen findet sich der 22-jährige Österreicher mit seinen gefühlvollen und tiefgründigen Texten, die mit intensiven Melodien unterlegt sind.

Im Frühjahr kommt Julian le Play auf Deutschlandtour.

Julian le Play – offizielle Homepage
Julian le Play – Facebook

(Kathrin Tschorn)