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JOCO: Horizon

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Die deutsche Antwort auf Azure Ray

Bis zum Horizont und noch viel weiter – das scheint das Geschwisterduo JOCO mit seinem Debütalbum „Horizon“ anzustreben. Hier verlieren sich zwei junge Damen herrlich luftig in melancholischen Melodien und dualem Feengesang. Das Schöne: JOCO klingen so gar nicht nach einer deutschen Produktion.

Das Duo besteht aus den beiden in Schleswig-Holstein geborenen und später in Ostfriesland aufgewachsenen Schwestern Josepha und Cosima – deshalb JOCO, klar, ne? Schon von Kindesbeinen an haben beide Musik gemacht; zunächst innerhalb der Familie, dann auch in verschiedenen Bands. Nachdem Cosima Klavier und Josepha Gesang am Konservatorium in den Niederlanden studiert hatten, folgte vor zwei Jahren der logisch-konsequente nächste Schritt: Beide trennten sich von ihren damaligen Formationen und gaben ihre Jobs als Dozentin und Gesangslehrerin auf, um nach Hamburg zu ziehen und gemeinsam Musik zu machen. Diese Reise führte JOCO an den Horizont – in Form des Debütalbums „Horizon“.

Auf, auf zum Horizont: JOCO haben Großes vor (Foto: Benedikt Schnermann)

Auf, auf zum Horizont: JOCO haben Großes vor (Foto: Benedikt Schnermann)

„Horizon“ beweist, dass die zwei Debütantinnen schamlos und vollkommen zu Recht in einem Atemzug mit einer Indie-Pop-Größe wie Azure Ray genannt werden können – nutzen sie doch den Klangteppich ihrer musikalischen Ausflüge auf ähnliche Weise. Zerbrechliche Momente wechseln sich mit kraftvollen Akkorden ab, bittersüße Balladen mit folkigen Popsongs; stets getragen vom transzendenten Gesang der Schwestern, der uns an zarte Elfen glauben lässt, die schmachtend und singend von Grashalm zu Grashalm flattern.

Eine in der deutschen Musiklandschaft bis dato einzigartige Eindringlichkeit und verspielte Intimität präsentieren JOCO in den 13 Songs auf „Horizon“. Mit den eingängigen Hooklines und den gezielt eingesetzten Disharmonien in „We Draw A Line“ ist den Schwestern bereits auf ihrem Debüt eine außergewöhnlich stimmige Komposition aus Musik und Gesang gelungen, die man einfach nur als genial bezeichnen kann.

Hintergründig und dezent schleichen sich JOCOs Melodien unter die Haut bis direkt ins Herz hinein. Dort verweilen sie dann, bis sie in nachdenklichen, nostalgischen, melancholischen Momenten wieder hervorbrechen und unsere innere Gefühlswelt mit Wellen der Harmonie überschwemmen.

Wohin soll es von hier bloß noch gehen? Ganz klar: bis zum Horizont und noch viel weiter!

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Tourdaten

(Kathrin Tschorn)

©Sound Infection 2015