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  • Release Date: Oktober 17, 2014
  • Catalog No: B00MF1JVUC
  • Label: Universal Music
  • Type: Pop
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Jessie Ware: Tough Love

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Das hätte Whitney Houston genauso gemacht

Während Jessie Ware in ihrem Heimatland bereits eine Berühmtheit ist, ist die Britin hierzulande noch relativ unbekannt. Das dürfte sich allerdings mit ihrem Zweitlingswerk „Tough Love“ ändern, das an die Pop-Diven der 90er Jahre erinnert. Mit einer Mischung aus modernen Bassbeats und Synthesizern schwimmt Jessie Wares Stimme in einem schaumigen Meer, das von 1980 bis heute reicht.

Bei ihren ersten Gehversuchen im Musikbiz hielt sich Jessie Ware noch vom Rampenlicht fern und bewegte sich als Gastsängerin auf Club-Tracks von SBTRKT und Joker eher im Hintergrund. Eigentlich eine Verschwendung, denn die heute 30-Jährige hat nicht nur eine verdammt hörenswerte Stimme, sondern auch einen guten Riecher für unabgedroschene Popsongs. Das bewies sie bereits mit ihrem 2012er Debütalbum „Devotion“, das bis auf Platz 5 der UK-Chats stieg und sich mit der Zeit zu einem der von Kritikern meistgeschätzten Alben des Jahres mauserte.

Mit „Tough Love“ folgt der zweite Streich: moderne Popbeats treffen auf Synthi-Klänge. So entsteht ein erfrischender Sound, der an die 80er und 90er erinnert, aber niemals altbacken wirkt. Vielmehr mischt Jessie Ware all das Gute dieser Dekaden zusammen, gibt einen Schuss Heute hinzu und krönt das Ganze mit ihrem sauberen Gesang – durchaus radiotauglich, aber keine 08/15-Massenware.

Wie eine Mischung aus Mariah Carey und Leona Lewis: Jessie Ware mit ihrem Zweitlingswerk "Tough Love" (Foto: Universal Music)

Wie eine Mischung aus Mariah Carey und Leona Lewis: Jessie Ware mit ihrem Zweitlingswerk “Tough Love” (Foto: Universal Music)

„Tough Love“ klingt nach den Diven vergangener Tage – Whitney Houston, Mariah Carey, Celine Dion, gemischt mit Leona Lewis und Sade –, auch wenn Jessie Ware keine wilden Stimmverrenkungen macht, um sich Gehör zu verschaffen. Bässe, Synthesizer, üppige oder reduzierte Arrangements und eingängige Refrains kreieren auch so (böse) Ohrwürmer.

Thematisch dreht sich natürlich alles um die Liebe: subtil und schmerzhaft in „Tough Love“, zuckersüß in „Champagne Kisses“, zerrissen in „Kind Of… Sometimes… Maybe“.

„Tough Love“ ist wie ein Album aus einer anderen Zeit, das ins Heute geholt wurde. Das merkt man unter anderem auch daran, dass der Spannungsbogen stimmt. Wo heutzutage meist Tracks scheinbar ohne Sinn und Verstand aneinandergereiht werden, spürt man bei „Tough Love“, dass es mit dem Opener („Tough Love“) losgeht und bei „Desire“ endet. Extrapunkte dafür.

Jessie Ware – offizielle Homepage
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(Kathrin Tschorn)