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  • Release Date: März 13, 2015
  • Catalog No: B00R3QRGL0
  • Label: Turban Records
  • Type: Reggae
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Jamaram & Acoustic Night Allstars: Heavy Heavy

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Stilvoller Auftakt zum Reggae-Jahr 2015

Die ausgelassene Laune der besten Jahreszeit fährt den Hörern spätestens nach den ersten zwei Takten des Titels Winey Winey in die Beine – wenn nämlich Jamaram aus Süddeutschland mit den südafrikanischen Acoustic Night Allstars in ihre vollstimmige Jam Session ausbrechen.

Echt afrikanische Stimmung, spürbar bis zum Geruch der Savanne und der Bergwälder, vor allem aber das warme Timbre der Vokalparts vermittelt schon der Einstiegssong Rumurika. Er gibt nur eine Vorahnung von der Vielfalt des kommenden Programms: Die Tanznummer I’m Ready erinnert – anders als Zoo an New Orleans – an den typischen Club- und Streetsound von Jamaica und bringt die Sehnsucht des Tänzers nach seiner Angebeteten zum Ausdruck, unterstützt von Backgroundchor, dem Saxophon Hannes Beblos sowie den Trompeten von Sebastian Kölbl und Gastmusiker Max Wittmann.

Exakt die Hälfte der Songs basiert übrigens auf authentischen südafrikanischen Texten. Entsprechend setzt sich in ihnen auch der Klang der landestypischen Gitarren, der traditionellen Mbira und der heimischen Schlaginstrumente durch. Die einfühlsamen Stimmen von Rutendo Machiridza, Tariro und Munya Nyamarebvu akzentuieren in Chirimo und Chigondora die lyrische Seite der Acoustic Night Allstars. Daneben überzeugen auf der neuen Jamaram-CD echte Popnummern wie Missing Is You mit seinen prägnanten Synthesizer- und Basspassagen, in denen die schwarzen Musiker ebenso wenig im Hintergrund bleiben und sogar auf deutsch gerappt wird.

Jamaram auf dem Ruhr Reggae Summer 2014 (Urheber: Markus Felix, 2014)

Jamaram auf dem Ruhr Reggae Summer 2014 (Urheber: Markus Felix, 2014)

Die Brandung des südafrikanischen Klangstroms Acoustic Night Allstars erfasste die acht Gäste aus München im Mai 2012, als sie auf dem ebenso kreativen wie inspirativen Internationalen Kunstfestival in Harare ihre Bühne kreuzten. Die sechsköpfige Band mit einer einzigen Frau an der Gitarre zog sie mit ihren Songs zwischen Folklore, transnationaler Musik und Club-Anklängen sofort in ihren Bann. Man verabredete sich und schon zwei Tage später spielten die vierzehn gemeinsam vor einem viertausend Zuhörer starken Publikum.

Die Einladung nach Deutschland war nur eine Konsequenz aus diesem frühen Erfolg des Fusion-Konzerts: Im Jahr danach tourten Rutendo, Tariro, Prayersoul und die weiteren Bandmitglieder mit ihren Gastgebern quer durchs Land und sammelten Applaus in zwanzig Konzertsälen. Die Studioaufnahmen 2014 führten die Südafrikaner, von denen drei noch nie zuvor in ihrem Leben Schnee gesehen hatten, wiederum ins etwas unterkühlte Mitteleuropa. Dank ihres leidenschaftlichen Einsatzes dürften die Temperaturen hier „hörbar“ um einige Grade gestiegen sein. Gespielt und gesungen wird aber nicht nur für CD-Konsumenten und Konzertgänger: Ein guter Teil der Einnahmen ist dank des Engagements von Tom Lugo, Samy Danger und ihren Mannen zur Förderung gesellschaftlich wichtiger Projekte in Südafrika vorgesehen.

Jamaram – offizielle Website
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(Hanns-Peter Mederer)