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Heidi Happy: Golden Heart

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Kunterbuntes Kaleidoskop

Bei Heidi Happy war ja ohnehin schon immer alles bunt. Mit dem fünften Studioalbum der Schweizerin kommt allerdings noch eine Farbe hinzu: Gold. „Golden Heart“ ist ein musikalisch fröhliches Pop-Werk, das von der Distanz zwischen den Menschen erzählt – kunterbunt, selbstbewusst und erfrischend.

Heidi Happy, eigentlich Priska Zemp, ist – neben Schokolade, Käse und Uhren – ein Schweizer Exportschlager. Kollaborationen mit dem Schweizer Musiker-Duo Yello, dem Rock-Chansonnier Stephan Eicher, dem australischen Textdichter Scott Matthew oder einem ganzen Sinfonieorchester, etliche Radiohits und Charterfolge stehen auf dem CV der 34-Jährigen. Und eben auch vier Alben, zu denen sich mit „Golden Heart“ nun ein weiteres gesellt.

Auf ihrem neusten Werk ergänzt Heidi Happy ihren ganz eigenen „Homemade Folk“ mit glamourösem Rock und wildem Discosound – auch ein wenig gepfiffene Alpen-Romantik („Whistle Song“) kredenzt die charmante Multi-Instrumentalistin. Für sie selbst ist die Mischung wie eine Art Kaleidoskop, erzählt sie Sound Infection in einem exklusiven Interview.

Drehen, drehen, drehen, bis ein schönes Bild kommt (Foto: Janneke Van Der Hagen)

Drehen, drehen, drehen, bis ein schönes Bild kommt (Foto: Janneke Van Der Hagen)

In ihrem Kaleidoskop „Golden Heart“ liebäugelt die Luzernerin unter anderem mit den 80er Jahren („Du da, ich da“), zarten („Down Town“) wie auch heldenhaften Popklängen („High Wave“) und psychedelisch rockigen Basslinien („Eyes Closed“). Jeder der 14 Tracks scheint von einem anderen Stil beeinflusst, deren Essenzen jeweils wiederum auseinandergenommen und neu zusammengesetzt wurden. So hat es mit „Ding Ding“ ein Song zum Ohrwurm des Albums gebracht, der auf einem ziemlich demontierten Discobeat beruht.

Nicht nur die Musik erfährt eine detailliert-liebevolle Behandlung bei Heidi Happy, die Texte spielen eine mindestens genauso wichtige Rolle. Neben Englisch singt Heidi Happy auch auf Deutsch („Du da, ich da“) und Französisch („La Danse“, „Maintenant“). Verbindendes Thema auf „Golden Heart“ ist die Distanz zwischen Menschen, das Loslassen und Ankommen.

„Could I be there with you, in your heart?“ („In Your Heart”)
„I closed my eyes, heard you walk out the door.“ („More And More“)
„Eyes closed, I hear your party in the other room. If only I could be there with you.“ („Eyes Closed”)
„Breakfast’s ready, you’re not eating. I can see the air that you breathe in.” („Golden Heart”)

Heidi Happys „Golden Heart“ ist tatsächlich ein Kaleidoskop: Mit jedem Dreh wird aus den gleichen Materialien etwas völlig Neues gezaubert und bleibt doch eins. Gewohnt charmant, intim und von einer fast kindlich-spielerischen Neugierde geprägt, gehört „Golden Heart“ ins Schallplattenregal jedes Pop-Rock-Fans.

Heidi Happy – offizielle Homepage
Heidi Happy – Facebook

(Kathrin Tschorn)