hackneyed
  • Release Date: Mai 15, 2015
  • Catalog No: B00U85QAVA
  • Label: CoMa Tone Records
  • Type: Metal
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Hackneyed: Inhabitants Of Carcosa

Rating:

Psychoterror auf höchstem Niveau

Einen monstruösen, fetter Stampfer liefern die Schwaben von HACKNEYED hier mit ihrem vierten Longplayer ab, der so modern klingt, wie Death Metal es im Jahr 2015 müsste.

Nachdem die Band zu Anfang ihrer Karriere stark von Nuclear Blast gepusht wurde, standen die Jungs nun in ihrem eigenen Rahmen namens CoMa Tone Records im Studio, was ihren Siegeszug aber keine Sekunde bremst.

Den Schwaben gelingt es wieder einmal, nicht nur brutal nach vorne zu preschen und so einige süddeutsche Wälder auf ihrem Weg plattzuwalzen, sondern auch zwischen dem Groove eine Eingängigkeit in ihren Songs zu präsentieren, die sonst kaum einer Band aus dem Genre gelingt. Fast jeder der zehn Songs bleibt sofort im Ohr kleben, ohne jedoch je so melodisch zu werden, dass man die Death Metal Combo nicht mehr ernst nehmen könnte. Im Gegenteil, mit „Inhabitants Of Carcosa“  zementieren die Jungspunde ihre Flagge in der Szene ganz weit vorne ein und werfen die Frage auf, wie sie erst klingen werden, wenn sie zwanzig weitere Jahre auf dem Buckel haben. Kaum vorstellbar, welche Institution sich hier aufbauen könnte – Dethklok dürfen also schon mal um ihr Imperium fürchten und ein paar Regierungsgebiete abtreten.

Das vorab veröffentlichte Oppenheimer-Anspielung ‘Now I Am Become Death’  bringt nicht nur einen geilen Hypocrisy-Anklang im Handgepäck mit, sondern kann auch getrost als saubere Repräsentation der Scheibe vorgezeigt werden. Komplexe Strukturen gehen hier Hand in Hand mit Ohrwurmmomenten und für diese Bandbreite will man nur noch applaudieren.

Der Albumtitel „Inhabitants Of Carcosa“  bezieht sich übrigens auf eine Kurzgeschichte aus dem Jahr 1891, in der Carcosa eine postapokalyptische Stadt darstellt, die ihren letzten überlebenden Einwohner in den Wahnsinn treibt und später auch von Autoren wie H.P. Lovecraft aufgegriffen wurde. Kein lauschiges Örtchen haben die Schwaben sich also ausgesucht und das hört man auch. Sogar die langsamen Parts von ‘Re-Animator’  oder ‘In Carcosa (The Yellow King)’  erzeugen eine bedrohliche Atmosphäre und so darf der Hörer sich ganze 45 Minuten lang keine Sekunde in Sicherheit wägen. Denn aus jedem Song springen neue Silent Hill artige Wesen hervor, die sich akustisch mit einem anlegen wollen.

Dieses Album ist Psychoterror auf höchstem Niveau. Doch lasst euch selbst von den fünf Schwaben ins Gesicht treten, um euch von der Durchschlagkraft ihres Sounds zu überzeugen.

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(Anne Catherine Swallow)

©Sound Infection 2015