Ab dem 6. März 2015 zu haben: "Bones + Longing" von Gemma Hayes
  • Release Date: März 06, 2015
  • Catalog No: B00OARKJCI
  • Label: Chasing Dragons
  • Type: Pop und Singer-Songwriter
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Gemma Hayes: Bones + Longing

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Abtauchen und Austern sammeln

Gemma Hayes ist wie eine Perle, die noch in einer Auster versteckt ist. Diesen kleinen, rohen Schatz entdecken nur Liebhaber und Spezialisten, obwohl ein jeder sich an einer Perle erfreuen kann. Drum lasst Sound Infection den Austernsucher sein, der euch die irische Singer-Songwriterin und ihre eigene Perle, das neue Kunstwerk „Bones + Longing“, näherbringt.

„Bones + Longing“ ist nicht weniger als das fünfte Studioalbum von Gemma Hayes, der zauberhaften Musikerin aus der Grafschaft Tipperary im Süden Irlands. Für die Vorgängeralben hat sie diverse Preise eingeheimst – und die Awardsammlung wird sicherlich nicht gerade mit „Bones + Longing“ ein Ende finden. Das musikalische Repertoire der 37-Jährigen reicht vom intimen Singer-Songwriter Ambiente, das all ihren Songs zugrunde liegt, über hymnischen Lo-Fi-Pop-Rock bis hin zu krachigen Momenten.

Auf „Bones + Longing“ vereint Gemma Hayes nun all diese Ansätze, geht allerdings noch einen Schritt weiter – oder vielleicht eher: einen Schritt zurück. Denn die Platte ist ganz bewusst auf den Kern der Musik reduziert, wie Gemma Hayes Sound Infection in einem exklusiven Interview verrät:

„Mehr denn je wollte ich, dass dieses Album karg und spärlich, aber dennoch ausgedehnt und weitreichend ist. Ganz bewusst habe ich mich dafür entschieden, dass es unterproduziert und organisch klingt.“

Die unendliche Weite einer Gemma Hayes (Foto: Pip in Dungeness)

Die unendliche Weite einer Gemma Hayes (Foto: Pip in Dungeness)

Dadurch erhalten die elf Tracks einen rauen, ja, manchmal sogar unfertigen Charakter, der die bloße Authentizität ausstrahlt und die Unperfektheit widergibt, die das Leben nun einmal innehat. Es sind die eindringlichen Melodien, der Kontrast von dunklen Thematiken und leichten Arrangements (und umgekehrt), die verschlüsselten Texte und die subtile Instrumentierung, die „Bones + Longing“ zu einem außergewöhnlichen und umfassenden (Hör)Erlebnis machen – eben so großartig, wie Gemma Hayes es geplant hatte:

„Mein wichtigstes Ziel ist, immer meiner musikalischen Intuition zu folgen und nicht zu versuchen, irgendwem zu gefallen. Ich wollte, dass „Bones + Longing“ zunächst einmal mich bewegt. Und wenn es das tut, gibt es die Chance, dass es auch andere Menschen bewegen könnte.“

Mal sind die Gitarren geisterhaft, mal hervorstechend; mal der Gesang flirrend, mal zart, mal eindringlich. Die 37-jährige Irin hat sich weiterentwickelt und scheut sich nicht, diese Entwicklung in Form ihrer Musik in die Welt hinauszutragen. In all seiner Rohheit, Verletzlichkeit und Ehrlichkeit scheint Gemma Hayes mit dem neuen Album auszuschreien: „Hier, das bin ich!“

Mit „Bones + Longing“ hat Gemma Hayes ein düsteres, aber weithin leichtfüßiges Gesamtkunstwerk geschaffen, durch das sie ihr Innerstes ungehindert und ungefiltert fließen lässt. Es ist Zeit, die Auster zu öffnen und die Perle an die Luft zu lassen.


Gemma Hayes – offizielle Homepage

Gemma Hayes – Facebook

(Kathrin Tschorn)

©Sound Infection 2015