• Release Date: Juli 11, 2014
  • Catalog No: B00J5LHKHG
  • Label: R'Coup'D
  • Type: Singer-Songwriter
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Fink: Hard Believer

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Die Welt in einem Tropfen Wasser

Obwohl „Hard Believer“ der Titeltrack zu Finks fünftem Studioalbum ist, spiegelt die erste Singleauskopplung „Looking Too Closely“ die Essenz der Platte viel besser wider: die Betrachtung der Welt unter dem Elektronenmikroskop. So roh und kraftvoll wie Fin Greenall und seine Combo können nur wenige Musiker Emotionen und Geschichten in Klang und Texte verpacken.

Wenn man sich „Hard Believer“, dieses akustische Meisterwerk mit der bluesigen Note, anhört, kann man kaum glauben, dass Fin Greenalls erste – sehr erfolgreiche – musikalische Gehversuche in der Elektroszene stattfanden. Sein damaliges Label (Ninja Tune) legte ihm nahe, doch ein Singer-Songwriter zu werden und bewies damit ein glückliches Händchen. Gemeinsam mit Tim Thornton an Schlagzeug und Gitarre und dem Bassisten Guy Whittaker haben Fink fünf kritikergelobte Alben aufgenommen, von denen das aktuelle jedoch das bis dato beste ist.

Fink präsentieren ihr bis dato bestes Album "Hard Believer" (Foto: Tommy N. Lance)

Fink präsentieren ihr bis dato bestes Album „Hard Believer“ (Foto: Tommy N. Lance)

„Hard Believer“ – ein Mensch, den man nur schwer von seiner einmal gefassten Meinung abbringen kann. Ein solcher Vertreter seiner Art scheint Fin Greenall mit seinem krassen Wandel vom Elektro-DJ hin zum gefühlvollen Gitarrensoftie nicht zu sein. Und doch hat er sich eine Rohheit erhalten, die man so nicht aus der Singer-Songwriter-Welt gewohnt ist.

In seinen Texten schaut er genau hin, nimmt die Eigenheiten menschlichen Verhaltens auseinander, betrachtet sie unter dem Mikroskop und setzt sie wieder zusammen. Eine ganze Welt, die sich in einem einzigen Tautropfen widerspiegelt. Die roh-hypnotischen Bluesklänge, die sich unter den Akustikgitarrensound mischen, unterstreichen die Schroffheit der menschlichen Gefühlswelt.

Wo man hinschauen sollte, tut man es nicht, um das Wasser nicht aufzuwühlen. Fink hingegen greifen tief ins Wasser und ziehen die Welt heraus, die sich darunter verbirgt. Ein oftmals schmerzhafter Akt, der „Hard Believer“ jedoch zu einem hinreißenden Epos, einer Welt in einem Wassertropfen, einem bittersüßen Erlebnis macht.

Fink sind im Herbst auf Deutschlandtour.

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(Kathrin Tschorn)