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  • Release Date: August 15, 2014
  • Catalog No: B00KBEXZJS
  • Label: earMusic
  • Type: Metal
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DragonForce: Maximum Overload

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Höfliche E-Mails an Disneyland

Schon immer waren DragonForce Meister auf dem Gebiet der wahnwitzig rasanten Gitarrensoli und einprägsamen Melodien, keins ihrer Alben ließ jemals muffelige Stimmung zu, doch was die Speed Metal-Jungs aus London nun mit „Maximum Overload“ vorlegen, übertrifft alles bisher Dagewesene.
Trotz diverser Line-Up-Änderungen in den letzten Jahren und sogar einem Sängertausch sind Herman Li, Sam Totman und ihre Gefährten besser in Schuss denn je und jeder einzelne der zehn neuen Songs macht dermaßen Spaß, dass man sich eigentlich nur noch zufrieden grunzend zwischen dem Silberling und Booklet wälzen möchte.

Übertreffen sich gern selbst: DragonForce (Foto: PR)

Übertreffen sich gern selbst: DragonForce (Foto: PR)

Mit Matt Heafy als gesangliche Unterstützung startet „The Game“ so rasant durch wie eine Katapult-Achterbahn, das Adrenalin sprudelt, doch wie immer merkt man sofort, dass jede Note kontrolliert sitzt. Besonders die vereinzelten Shouts des Trivium Frontmanns erzeugen gekonnte Kontraste zu Power-Metal-Stimmchef Marc Hudson. Auch beim Fortsetzen der Lausch-Orgie fällt bald auf, dass hier ein Ohrwurm den anderen jagt, immer wieder geprägt von dem hauseigenen Nintendo-Sound erschafft das internationale Sextett den idealen Soundtrack für Gute-Laune-Tage. Und obwohl eigentlich alle Songs sich auf einem durchweg genialen Niveau befinden, verpasst besonders „Defenders“ dem Album noch das gewisse Sahnehäubchen – stellenweise erzeugt der Song den Eindruck, dass er prima als Titelsong zu einer Superhelden-Zeichentrick-Serie passen würde, was aber keinesfalls negativ zu verstehen ist. Den Eindruck hat man bei DragonForce schließlich häufiger, doch vielleicht ist es gerade dieses kleine, innere Kind in uns allen, das sich auf seine Lieblingsserie freut und mit der Musik deshalb dermaßen angesprochen wird.

Den amüsanten Abschluss liefert das Johnny Cash Cover „Ring Of Fire“, das frischen Metal-Atem in einen Oldie pustet, den der ein oder andere sicher schon totgehört hat, aber den riesigen Vorteil mit sich bringt, dass er bei einem Konzert von garantiert jedem mitgejohlt werden kann.

Im August soll man zwar nicht zu voreilig urteilen, doch einen Platz unter den zehn besten Alben von 2014 haben DragonForce sich mit „Maximum Overload“ garantiert gesichert. Und nun schreibe ich erst einmal eine höfliche E-Mail an Disneyland, dass sie ihre Aerosmith-Achterbahn doch gefälligst gegen eine von DragonForce austauschen sollen…

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(Anne Catherine Swallow)

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