• Release Date: Oktober 16, 2015
  • Catalog No: B015QECVL0
  • Label: Lost Girl
  • Type: Pop und Singer-Songwriter
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CocoRosie: Heartache City

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Griff in die Spielzeugkiste

In ihrem elften Jahr als CocoRosie besinnen sich die Casady-Schwestern auf ihre Wurzeln. Das neue Album „Heartache City“ verlässt die psychedelisch-elektronischen Sphären der Vorgänger und orientiert sich am Debütalbum aus dem Jahre 2004. Ausgefallene Instrumente kommen zum Einsatz. Vor allem aber greift das Duo mal wieder ganz tief in die Spielzeugkiste.

Mehr als zehn Jahre hatten sich Bianca und Sierra Casady nicht gesehen, bevor sie CocoRosie gründeten. Was als künstlerische Spielerei im Pariser Badezimmer begann, sollte sich schnell als wahrer Erfolg herausstellen. Denn das Indie-Publikum liebte die Kombination von elektronischen Samples mit klassischem und kindlich verzerrtem Gesang und den Einsatz allerlei Spielzeuge und Haushaltsgeräte zur musikalischen Unterstützung auf dem 2004er Debütalbum „La Maison De Mon Rêve“.

Auf diese Mischung besinnen sich CocoRosie auch 2015 wieder. Das neue Album „Heartache City“ geht auf moderne Spurensuche in der Vergangenheit und verlässt dazu die stärker elektronisch geprägten Pfade der letzten Alben.

„Im Stile alter 4-Track-Aufnahmen beschränkten wir uns auf eine im Wesentlichen akustische Instrumentierung, begleitet von Spielzeug aus den Tiefen des Koffers aus den Tagen des Debütalbums ‚La Maison De Mon Rêve‘“, erklären die Schwestern selbst ihre neusten musischen Ergüsse.

So beginnt schon der Opener „Forget Me Not“ mit den knackenden Geräuschen jener vergangenen Tage und den glockenhellen Tönen einer Spieluhr, bevor Bianca mit rauer Stimme zu singen beginnt, später komplementiert von Sierras zurückhaltender Opernstimme.

Verstörend schön wie eh und je: CocoRosie (Foto: Lost Girl / Beats International)

Verstörend schön wie eh und je: CocoRosie (Foto: Lost Girl / Beats International)

Die Singleauskopplung „Lost Girls“ zeigt, dass auch die tiefgründigen und feministisch-politischen Texte der beiden Schwestern nicht zu kurz kommen. Poetische Lyrics dominieren die zehn Tracks auf „Heartache City“.

Das sechste Album in der elfjährigen Geschichte von CocoRosie präsentiert sich zudem stark melodisch. Herrschten auf den Alben der jüngeren Vergangenheit noch verstörend psychedelische Klänge vor, so wird „Heartache City“ wieder wesentlich deutlicher von eingängigeren – aber niemals langweiligen! – Melodien regiert.

Die Rückkehr zu ihren musikalischen Wurzeln tut dem Geschwisterduo gut. „Heartache City“ ist eines der besten Alben von CocoRosie, das die richtige Mischung zwischen Altbewährtem und Experimentierfreude findet.
Anpieltipp: Un Beso



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(Kathrin Tschorn)