• Release Date: Mai 30, 2014
  • Catalog No: B00I9R9DVI
  • Label: Warner Music
  • Type: Electro und Pop
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Clean Bandit: New Eyes

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Gleichberechtigung von Klassik und Elektro

„So you think, electric music is boring. You think, it’s stupid. You think, it’s repetitive.” So beginnt Clean Bandits Albumdebüt „New Eyes” und belehrt uns eines Besseren. In 13 Tracks paart das Quartett elektronische Beats mit Klassik- und Pop-Elementen. Im Zusammenspiel mit verschiedenen Sängerinnen und Sängern entsteht so eine abwechslungsreiche musikalische Melange, die auch für Menschen geeignet ist, die um elektronische Musik eher einen Bogen machen.

Das erfrischende an Clean Bandit ist ihre Unkonventionalität: Hier kommt zusammen, was eigentlich nicht zusammengehört. Davon konnte man sich erstmals letztes Jahr überzeugen, als das britische Quartett mit „Mozart’s House“ in der Welt der Dancemusic auftauchte. Der Song samplt Werke vom berühmten Salzburger Wunderkind. Im Gegensatz zu anderen Klassik-Elektro-Gemischen – wie etwa Schillers letztjährigem „Opus“ – steht hier allerdings nicht eine Neuauflage klassischer Werke im Vordergrund, sondern die Tanzbarkeit. Elektro und Klassik treffen hier gleichberechtigt aufeinander.

Clean Bandit bestehen aus vier Menschen, die zusammen drei miteinander verflochtene Paarungen ergeben: zwei Brüder, zwei Kindergartenfreunde und ein Liebespaar, die sich die totale Kontrolle über jedes noch so winzige Detail ihrer Musik und ihrer Videos teilen. Mit dem Klassik-Pop-Elekro-Hybriden „Rather Be“ haben sie sich einen Nummer-1-Hit gesichert, der auch auf „New Eyes“ heraussticht.

Jack Patterson, Luke Patterson, Grace Chatto und Neil Amin-Smith bilden die Elektropop-Gruppe Clean Beandit (Foto: Charlie Gray)

Jack Patterson, Luke Patterson, Grace Chatto und Neil Amin-Smith bilden die Elektropop-Gruppe Clean Beandit (Foto: Charlie Gray)

Schon „Rather Be“ und „Mozart’s House“ sind kaum gemeinsam auf einer Platte vorstellbar – das eine stark poplastig, das andere ein elektronischer Hit. Da sich Clean Bandit nicht auf ein Genre festlegen, sind unendlich viele Kombinationen vorstellbar: von Hip-Hop-Elementen in „A & E“ über Sommer-Reggae-Sounds in „Come Over“ und Pop-Balladen-Flair bei „Up Again“ bis zu folkloristischen Klängen in „Birch“.

Zusätzliche Diversität erfährt das Album durch den Einsatz unterschiedlicher Stimmen. 10 Sängerinnen und Sänger unterstützen Clean Bandit auf „New Eyes“. Verbindendes Element auf der Scheibe bleiben die Klänge aus dem Klassik- und Elektrobereich.

Nun ist elektronische Musik nicht jedermanns Sache. „Well, it is repetitive”, geben Clean Bandit dann auch zu. Mit „New Eyes” ist dem ungewöhnlichen Quartett jedoch ein Spagat gelungen: Einerseits sind viele Tracks sehr mainstreaming und daher auch für den Softcore-Elektro-Freund hörbar; andererseits spricht die außergewöhnliche Mischung von Genres viele Gruppen an, darunter eben auch den eingefleischten Dancemusic-Fan. Gratulation.

http://vimeo.com/85228083

Clean Bandit – offizielle Homepage
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(Kathrin Tschorn)