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  • Release Date: April 11, 2014
  • Catalog No: B00IM3DP0Y
  • Label: Pias Coop/Future Classic
  • Type: Jazz und Singer-Songwriter
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Chet Faker: Built On Glass

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Einen überfüllten Raum leer wirken lassen

Wer wirklich weg vom Einheitsbrei-Pop-Sound dieser Tage will, der hört Chet Faker. Der Australier ist eine virale Sensation und entwickelt sich gerade vom Geheimtipp zum Superstar. Mit seiner bisher namenlosen Musikmischung aus Singer-Songwriter, Jazz, R’n’B, Chill-out, Soul und House, gepaart mit rauchiger Stimme, trifft er den Zeitgeist und sorgt bereits seit zwei Jahren für ausverkaufte Konzerte rund um den Globus. Das Debütalbum „Built On Glass“ zeigt Chet Faker nun erstmals in voller Länge – und in voller Pracht.

Es begann alles ganz harmlos: 2011 nahm Nicholas Murphy für Freunde ein eigenwilliges und chilliges Cover von Blackstreets „No Diggity“ auf, das sich in Windeseile im Internet verbreitete. Murphys Hang zum soften und souligen Singer-Songwriter und seine gleichzeitige Leidenschaft für elektronische Musik ließen einen Stil entstehen, der sich nur schwer in Worte fassen lässt, aber offensichtlich den Nerv vieler Musikliebhaber getroffen hat. Es folgten ausverkaufte Konzerte und die EP „Thinking In Textures“ unter dem Künstlernamen Chet Faker – in Anlehnung an den Gesangsstil des Jazzmusikers Chet Baker.

Zwei Jahre hat es noch gedauert, bis das Debütalbum „Built On Glass“ in Sack und Tüten war, aufgenommen und produziert vom 23-Jährigen im Heimstudio mit einfachsten Mitteln. Aber mehr benötigt ein Chet Faker eigentlich auch nicht. Teil seiner Magie ist letztlich die ruhige Zurückhaltung seiner Kompositionen trotz des Rückgriffs auf mehrere Genres. So schafft er es, einen überfüllten Raum angenehm leer wirken zu lassen.

Chet Faker legt mit "Built On Glass" ein Traumdebüt hin (Foto: Lisa Frieling)

Chet Faker legt mit “Built On Glass” ein Traumdebüt hin (Foto: Lisa Frieling)

Auch „Built On Glass“ verfügt über diese Lockerheit, diesen Chill-out-Klang, der weder zu jazzig noch zu elektronisch klingt, sondern sich irgendwo dazwischen eingenestelt hat und darauf wartet, dass sich jemand in diesen formbaren klanglichen Sitzsack fallen lässt. Anspieltipp: alle, aber versucht’s mal mit „To Me“.

Wenn man auf Chet Fakers Blitzlauf zurückblickt, ist es nicht besonders überraschend, dass sein Debütalbum großartig ist. Nahbar und ganz weit weg präsentiert er sich in seinen Texten, die zwar profund, aber trotzdem leichtfüßig sind.

„Textlich wollte ich erforschen, wie mein Leben meine Musik direkt beeinflusst – ich vermute, das ist das Glas“, resümiert er selbst.

Chet Fakers Longplay-Debüt ist von vorne bis hinten gelungen: Musik für den Strand, für die Badewanne, das Candle-Light-Dinner, fürs Bett, für Sommer und Winter. Dass die Platte auf Future Classic erscheint, ist prophetisch. Die erste Singleauskopplung „Talk Is Cheap“ gehört zu den Highlights des Albums. „Fickmusik“ mögen die einen sagen, „Ohrmuschelhonig“ die anderen – und beide Parteien haben recht. Einfach wunderschön, behaupten wir, deshalb gibt’s hier auch das Video als Beweis:

Chet Faker – offizielle Homepage
Chet Faker – Facebook

(Kathrin Tschorn)