Cannibal Corpse A Skeletal Domain
  • Release Date: September 12, 2014
  • Catalog No: B00M856C84
  • Label: Metal Blade
  • Type: Metal
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Cannibal Corpse: A Skeletal Domain

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Kennt ihr das, wenn ihr eigentlich nur zur Arbeit gehen wollt, aber versehentlich auf ein paar herumliegenden Föten ausrutscht, vor Schreck euer eigenes Auge verschluckt und euch zu allem Überfluss auch noch die Gedärme aus dem Hosenstall heraushängen? Bereits zum dreizehnten Mal passiert dies nun dank Cannibal Corpse und auch wenn die Bay Area Grunzkolonne mittlerweile zu den Urzeitkrebsen des Brutal Death Metal zählt, liefert sie doch immer wieder genial geschliffene, bluttriefende Alben ab. So nun auch mit ”A Skeletal Domain”, das sich am 12. September via Metal Blade Records durch wurmverseuchtes Fleisch an die Oberfläche gräbt.
Mit ”High Velocity Impact Spatter” machen die Herren gleich mal ihren Standpunkt deutlich und beweisen, dass sie mehr können, als nur Dauerkloppen – mit überraschenden Tempowechseln, zackigen Breaks und variablen Grunts (ja doch, das geht!) bringen die Amerikaner die Köpfe zum Rollen, besonders bei ”Sadistic Embodiement”. Zackige Gitarrensoli säbeln einem die Ohren ab und verrühren sie in der Suppe von abwechslungsreichen Midtempo-Passagen, die gelegentliche Atempausen erlauben, bevor die brutale Speedwalze wieder losprescht. Paul Mazurkiewiczs Schlagzeug will bei der Attacke garantiert niemand sein.

Spaßige, gedärmewerfende Gesellen: Cannibal Corpse (Foto: Press/Metal Blade Records)

Spaßige, gedärmeschleudernde Gesellen: Cannibal Corpse (Foto: Press/Metal Blade Records)

Der Titel ”Icepick Lobotomy” spricht schon für sich selbst, oder? Doch neben den allseits bekannten Lyric-Themen hebt sich ein düsterer Schleier hervor, der bei Cannibal Corpse in der Form bisher eher selten aufzufinden war, sich aber bereits an dem weniger blutigen und dafür apokalyptischen Szenario des Covers zeigt.
So wird das neue Release sich vermutlich mit Leichtigkeit in die nach Charts durftende Erfolgsserie einreihen, die der Band gelang, obwohl sie von kommerziellem Sound eigentlich kaum weiter entfernt sein könnte.

Fazit: Stilistische Brüche oder extreme Entwicklungen liefern die kannibalischen Meister natürlich nicht, doch das hat auch niemand von ihnen erwartet. Denn wer sich an Corpsegrinder und seine Metzgergesellen herantraut, weiß, was ihn erwartet – brutalste, kranke Scheiße auf beeindruckend hohem Niveau. Ach übrigens – hat irgendjemand beim Aufräumen meine Augäpfel wiedergefunden?

(Anne Catherine Swallow)