• Release Date: Mai 09, 2014
  • Catalog No: B00JFIPSXW
  • Label: Vertigo/Universal Music
  • Type: Pop und Singer-Songwriter
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Andreas Bourani: Hey

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Der am wenigsten peinliche Song der WM 2014

Andreas Bourani ist so etwas wie die neue Hoffnung des Deutsch-Pop. Voll Gefühl und musikalischem Talent präsentiert er sein Zweitlingswerk „Hey“, das mit der ersten Singleauskopplung „Auf uns“ sein Soll bereits mehr als erfüllt hat. Und wir lernen: Deutsche Songs zu schreiben, ist gar nicht so einfach.

Wie ein Sandsturm ist Andreas Bourani, der Augsburger mit ägyptischen Wurzeln, durch die deutschen Charts gezogen: Seine Single „Auf uns“ platzierte sich auf Anhieb an der Spitze der Charts und ist damit der erste deutsche Song, dem das seit Juli 2013 gelungen ist. Erst hat die Aktion Mensch das Lied zum 50-jährigen Jubiläum der Organisation genutzt. Als der erste Hype abgeflaut war, erkor die ARD „Auf uns“ zum offiziellen musischen Hintergrund für ihre WM-Berichterstattung.

Deshalb sagt Deutschland erstmal Danke. Danke, Andreas, für einen nicht peinlichen WM-Song, in dem zwar nie von Fußball die Rede ist, der allerdings all die Lebensfreude, das Sommer- und Gemeinschaftsgefühl vereint, die man von einer Hymne erwartet.

Aber natürlich finden sich auf „Hey“ auch weitere Lieder aus der Feder des klavierspielenden Singer-Songwriters. In 13 Tracks feiert er das Leben. Das Album steigt sanft mit Piano und Meeresbrise ein („Refugium“), bevor Andreas Bourani sein Pop-Feuerwerk zündet.

Wer kann da schon widerstehen? Ein Hoch auf Andreas Bourani (Foto: Mathian Bothor)

Wer kann da schon widerstehen? Ein Hoch auf Andreas Bourani (Foto: Mathian Bothor)

Natürlich darf da auch der Liebeskummer nicht fehlen („Delirium“), aber eigentlich erzählt „Hey“ von ärgerlichem Frust („Ein Ende nach dem anderen“), von Neuanfängen („Wieder am Leben“) und vom Hinterfragen der eigenen Motive („Alles beim Alten“). Untermalt ist dieses Kaleidoskop mit klassischem Deutsch-Power-Pop und Klavierklängen.

Textlich ist „Hey“ sicher, baut nicht nur auf die gängigen Reime, sondern nutzt die ganze Bandbreite der deutschen Sprache. Leider ist es dem 30-Jährigen nicht gelungen, aus dem Korsett des Deutsch-Pop-Rock-Radiosongs auszubrechen. Während uns vor allem Großbritannien und die USA immer wieder neue Musikstile bescheren und interessante Stilmixe schaffen, bleibt in Deutschland – gemäß Bourani – „Alles beim Alten“.

Ein bisschen mehr Experimentierfreude hätte „Hey“ sicherlich gutgetan, um Andreas Bourani von Unheilig, Rosenstolz und Tim Bendzko abzuheben. Als Soundtrack für den Sommer ist das Album allerdings bestens geeignet und hat – wie gesagt – mit „Auf uns“ sein Soll bereits übererfüllt.

Andreas Bourani – offizielle Homepage
Andreas Bourani – Facebook

(Kathrin Tschorn)