Das neue Album "Distant Satellites" steht seit diesem Monat in den Verkaufsregalen (Quelle: Kscope)
  • Release Date: Juni 06, 2014
  • Catalog No: B00JLXEQ8E
  • Label: Kscope
  • Type: Metal, Pop, und Rock
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Anathema: Distant Satellites

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Seelen auf Flatterflug

Kaum eine Musik lässt sich so schwer mit Worten beschreiben, wie die von ANATHEMA. Doch endlich sind die Briten zurück, nicht jedoch mit einem protzigen Feuerwerk, sondern mehr einer perfekten, abendfüllenden Show an konstantem Funkenfluss.

„The Lost Song Part 1“ beginnt wie ein sanfter Flug durch die Luft, kleine Fußabdrücke zeichnen sich auf den Wolken ab, während der Wind dem Hörer ins Gesicht bläst. Was als sanftes Gleiten beginnt, steigert sich immer mehr zu rasanten Sturzflügen und wirren Pirouetten über dem Erdboden. Was die berüchtigten Brüder Cavanagh mit ihrer Gefolgschaft hier auf die Menschheit loslassen ist weniger Musik, sondern mehr ein Lebensgefühl. Freude, Trauer, Melancholie, besonders jedoch Freiheit zeichnet sich in den Songs ab, bei denen jede einzelne Note die Sinne anspricht und nicht mehr loslässt.

Ab 6. Juni erhältlich: Das neue Werk von ANATHEMA (Foto: Scarlet Page)

Ab 6. Juni erhältlich: Das neue Werk von ANATHEMA (Foto: Scarlet Page)

„Distant Satellites“ ist kein Album, das sich als Hintergrundbeschallung abspielen lässt, doch so etwas haben Anathema in ihrer 24-jährigen Karriere niemals abgeliefert. Im Gegensatz zu ihren früheren Werken, die sich noch als schmerzhafter Doom abstempeln lassen, sind die Engländer mittlerweile von ihrem leidenden Weg abgekommen und haben den Pfad aus der Dunkelheit gefunden. Mit hochanspruchsvollem Prog skizzieren sie nun alle Facetten des Lebens in ihrer Musik und sammeln in ihrem bereits zehnten Album jegliche Einflüsse und Stile, die sie bisher eingeschlagen haben.
Die männlichen Vocals von Vincent Cavanagh verweben sich immer wieder mit dem sanften weiblichen Gesang von Lee Douglas und kreieren somit einen Kontrast und ein fliegendes Miteinander, das zugleich unbeschwert und doch tränentreibend wirkt. Geradezu körperlich zu schmerzen scheint, während die Seele auf Flatterflug geht…

Was Anathema hier geschaffen haben, lässt sich kaum in Genreschubladen quetschen und kann demnach sowohl Pop-, Rock-, als auch Metal-Fans ansprechen, die gern außerhalb des Schemas denken und progressiven Stilen nicht abgeneigt sind. Wäre der Bandname „Soulfly“ nicht schon vergeben, hätte er in Anathema einen neuen Besitzer gefunden. Eine außergewöhnliche, immer wieder spannende und gefühlsgeladene Scheibe, die sich kaum mit Worten einfangen lässt.

https://www.youtube.com/watch?v=XG1vAhGxibo

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(Anne Catherine Swallow)

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