• Release Date: Juni 13, 2014
  • Catalog No: B00JMTXFQG
  • Label: Domino Records
  • Type: Pop und Singer-Songwriter
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Alexis Taylor: Await Barbarians

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Auf der Suche nach der Schönheit der Unvermitteltheit

Man muss es schon vertrackt und verzwirbelt mögen, um Alexis Taylor den nötigen Respekt zollen zu können. Zwischen Akustikpop, Soul und eklektischen und elektronischen Klängen bewegt sich der Londoner Singer-Songwriter auf seinem zweiten Soloalbum „Await Barbarians“.

Der Musiker, Produzent und Songschreiber gründete noch während seiner Schulzeit die Elektro-Band Hot Chip, die es bis heute auf fünf Alben und eine Grammy-Nominierung gebracht hat. Die Idee seines Improvisationsprojektes About Group – eine Band, die vor der Aufnahme ihrer Platte noch nie gemeinsam gespielt hat – scheint sich auch auf seinem zweiten Solo-Werk wiederzufinden.

Die 12 Tracks auf „Await Barbarians“ haben allesamt etwas Improvisiertes, etwas Plötzliches, Unvermitteltes. Als hätte sich Alexis Taylor aus dem Blauen heraus entschieden, jetzt mal ein Lied zu machen, einen Augenblick, ein Gefühl einzufangen. Außer den Streichern hat er dann auch alle Instrumente selbst eingespielt.

Und unvermittelt beginnt er, ein Lied zu machen: Alexis Taylor (Foto: Domino Records)

Und unvermittelt beginnt er, ein Lied zu machen: Alexis Taylor (Foto: Domino Records)

Herausgekommen ist ein melodisches und intimes Album, das vor allem aus seiner Unvermitteltheit heraus wirkt. Euphonische Melodien der hohen Stimme Taylors‘ werden mit abstrakten Tönen hinterlegt – oder umgekehrt. Die Schönheit der einzelnen Tracks muss man an einigen Stellen erst suchen, was nicht heißt, dass sie nicht da ist; sie versteckt sich nur hinter Klängen, die zunächst unvermittelt wirken, dann aber einen tragenden Klangteppich ergeben.

Highlights der Platte sind allerdings die Songs, die eingängiger in die Gehörgänge fließen, zum Beispiel die Singleauskopplung „Without A Crutch (2)“ und deren erster Teil „Without A Crutch (1)“. Hier muss man nicht aufmerksam zuhören, um die Schönheit der Songs zu entdecken; sie entfaltet sich unmittelbar mit melodischen Klängen und profunden Texten. Gleiches gilt zum Beispiel auch für den schönen Track „Dolly And Porter“:

„I try to put my heart first / You only hear head / You should use yours / I mean your head and your heart.“

„Await Barbarians“ zu hören, kann titelweise anstrengend sein, vor allem wenn man eigentlich nur eine Hintergrundmusik (=Gedudel) sucht. Die Platte spricht eher den anspruchsvollen Musikhörer mit dem ausgefallenen Geschmack an, der sich in die Songs vertiefen und eingraben will.

Alexis Taylor – offizielle Homepage

(Kathrin Tschorn)