1349 Massive Cauldron Of Chaos FRONTCOVER
  • Release Date: Oktober 03, 2014
  • Catalog No: B00LU8UQC8
  • Label: Indie Distribution (Soulfood)
  • Type: Metal
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1349: Massive Cauldron Of Chaos

Rating:

Pestinfiziertes Drive-By-Shooting

Wenn die CD im Player festfriert und fröhliche Nebelschwaden sich im Wohnzimmer tümmeln, steht fest: Aha, 1349 sind mit einem neuen Album zurück!
”Massive Cauldron Of Chaos” nennt sich das schicke, mit Pestbakterien verseuchte Scheibchen der Norweger, die den meisten als das Nebenprojekt von Satyricon-Drummer Frost bekannt sein dürften. Mittlerweile haben die Herren sich jedoch von dem Ruf als ”Zweitfrau” emanzipiert und legen nun ihr sechstes Studioalbum vor, das seinem Namen alle Ehre macht. Denn stilistisch warfen die Norweger alles in einen Kochtopf, was sie bisher laut eigenen Aussagen ausmachte und so wurde aus dem Süppchen wieder ein weiteres Festmahl aus fiesestem Black Metal. Großartig innovativ oder genresprengend ist das Abendessen zwar nicht, doch wer auf erbarmungslose Nähmaschinendrums in Lichtgeschwindigkeit, gepaart mit sterbendem Schreigeröchel steht, ist bei 1349 gerade richtig. Nicht umsonst hat die Band sich nach dem Jahr benannt, in dem in Norwegen die Pestepidemie ihren Höhepunkt erreichte und alles dem Erdboden gleichmachte, was sich nicht verbarrikadieren konnte.

Kriegen im Studio offenbar nicht genügend frische Luft und Gemüse: 1349 (Foto: Jorn Veberg)

Kriegen im Studio offenbar nicht genügend frische Luft und Gemüse: Die Norweger von 1349 (Foto: Jorn Veberg)

Ein knarrendes Tor markiert den Eingang zur Hölle auf ”Cauldron” und ohne lange zu fackeln legen die Norweger mit ihrem Höllenfeuer los: Die Gitarren jagen voran, erweisen sich aber als durchaus eingängig für ihr Genre und obwohl Ravns Vocals noch einen gewissen Keller-und-Garagen-Flair mit sich bringen, ist sofort hörbar, dass es sich hierbei um Profis handelt. Ohne jemals einschläfernd oder eintönig zu wirken, reißen 1349 immer wieder den Riemen herum, machen sich textlich an Mengele zu schaffen und huldigen kurz, knapp und beinah Grindcore-artig dem ”Golem”.

Nach einigen Irrfahrten mit den letzten Alben, beweisen 1349 nun endlich, dass sie wieder voll auf ihrem Black Metal Kurs fahren und mit 38 Minuten Spielzeit beinah einem Drive-By-Shooting gleichen. Getrost können Fans hier demnach zugreifen, ohne wilde Soundexperimente zu erleben und die Platte gleich beschämt wieder im Toilettenspülkasten verstecken zu müssen. Fieser, lohnenswerter Kochtopf des Chaos!
Wie Frost es allerdings schafft, von seinem Schlagzeug nicht auf Schmerzensgeld verklagt zu werden, bleibt für immer ein Rätsel.

(Anne Catherine Swallow)

©Sound Infection 2015