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Boppin'B

Boppin’B: Rock’n'Roll will never die

Boppin’B – live in München – Free&Easy Festival
Mittwoch 20.07.2016 – Backstage Club
Support: The Silver Shine

Boppin'B rocken! (Foto: Björn Engelke)

Boppin’B rocken! (Foto: Björn Engelke)

An diesem Mittwoch wurde das traditionelle „Umsonst“-Festival Free&Easy im Münchner Backstage eröffnet. Bei extremen Außentemperaturen von 31 Grad wird eine solche Indoorveranstaltung für Veranstalter, Künstler und Publikum eine Herausforderung. Nichtsdestotrotz fanden sich genügend tanzwillige Rockabellas und -billies ein, um diesen ersten Festivaltag im Backstage Club zu feiern.

Pünktlich nach Timetable eröffneten The Silver Shine aus Budapest den Abend und brachten den halb gefüllten Club gut in Stimmung. Ati Edge nutzte den noch vorhandenen Platz, um in spielender Weise zwischen dem Publikum durch den Club zu fetzen und die Leute persönlich zu animieren. Auch Krista ließ es sich nicht nehmen, mit dem Bass ein paar Kunststückchen vorzuführen. Spätestens ab dem Motörhead-Cover „R.A.M.O.N.E.S.“ hatten sie die Menge für Boppin’B „angewärmt“, was sich auch auf die bereits im Club steigenden Temperaturen auswirkte. Mit „Tainted Love“ schlossen The Silver Shine ihren Auftritt krönend ab.

Vor dem Auftritt von Boppin’B hatte ich noch die Gelegenheit, mich mit dem allseits bekannten Doublebass-Virtuosen dieser Combo, Didi Beck, zu unterhalten. Wir waren uns einig, dass es schade ist, dass es gerade der Rock’n Roll speziell in München, aber überall sonst, zurzeit leider etwas schwer hat, sein Publikum zu erreichen. Es wird aber auch ein Schrumpfen der Szene verzeichnet, was wir sehr bedauerten. Aber Didi wäre nicht Didi, wenn er nicht sagen würde: “Scheiß drauf, ich mach weiter und feiere meinen Rock’n’Roll. Ich würde alles genau so wieder machen, wie ich es getan habe. Rock’n’Roll will never die!”

Foto: Björn Engelke

Foto: Björn Engelke

Der Rest des Abends gehörte Boppin’B, welche ihren Auftritt energiegeladen begannen und damit den mittlerweile sehr gut gefüllten Club sofort auf Betriebstemperatur brachten. Für mich war es eine Premiere, kannte ich die Band doch nur mit ihrem alten Sänger Michael Treska (bis 2012). Für mich hat der „neue“ Sänger Sebastian Bogensperger von Anfang an überzeugt, kokettierte er sofort mit dem weiblichen Publikum und machte Gitarrist Golo Sturm gute Konkurrenz. Auch stimmlich steht er Michael in nichts nach.

Von Anfang an wurde das Tanzbein geschwungen, zahlreiche Pärchen fanden sich vor der Bühne ein, um den gebotenen Platz auszunutzen. Das gesamte Publikum war im Swing der 50s gefangen und so hatten die fünf Aschaffenburger leichtes Spiel. Didi unterhielt das Publikum mit seinen Grimassen und Turneinlagen auf Bass und Schlagzeug. Von der Empore im Club hatten man einen guten Blick auf die Bühne, welche leider für meinen Geschmack zu klein für eine Band von diesem Format war, bräuchten Boppin’B doch Raum, um ihr volles Potenzial zu entfalten.

Nichtsdestotrotz tobten die fünf Jungs auf der Bühne, als gäbe es kein Morgen. Sie spielten sich durch ihre doch mittlerweile zwölf Alben, zogen den Club in ihren Bann und steigerten die ohnehin schon heiße Luft in ungeahnte Temperaturhöhen.

Es war ein sehr schönes Wiedersehen nach über acht Jahren mit einer der besten deutschen Rockabilly-Combos, die man für so wenig Geld auf dem Free&Easy genießen konnte. Ein Abend, der nach Wiederholung schreit: Rock’n’Roll will never die!

Ihr wollt Fotos von dem “heißen” Abend sehen? Hier werdet Ihr fündig.

Text und Fotos: Björn Engelke

 

©Sound Infection 2015