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BEHEMOTH: Samstag der 13. im Zeichen Satans

Europa Blasphemia 2016 Tour – live in München
Samstag, 13.02.2016, Backstage Werk
Support: INQUISITION + ENTOMBED A.D. + ABBATH

Inquisition

Inquisition

Den Veranstaltern vom Backstage ist es wieder einmal gelungen, wohl eines der beeindruckendsten Tourpackages 2016 an Land zu ziehen. Schon vor dem offiziellen Einlass um 17:30 Uhr bildete sich vor der Tür eine gewaltige Schlange von Langhaarigen, die in den unterschiedlichsten Schwarztönen gekleidet, und zum Teil mit Corpsepaint verziert waren – allesamt bereit, die wohl schwärzeste Messe das Jahres zu zelebrieren. Das “Werk” war bis auf den letzten Platz ausverkauft und spätestens bei BEHEMOTH konnte dies jeder Besucher am eigenen Leib spüren.

Den Abend eröffneten INQUISITON. Kennern der Szene dürfte das Duo nicht unbekannt sein. Abwechslungsreich oder innovativ geht zwar anders, allerdings tat dies der schon guten Stimmung keinen Abbruch und die Nackenmuskeln wurden ordentlich aufgewärmt für die folgenden Bands. Das Duo schredderte sich durch sein Set und erntete dafür einen anständigen Applaus.

ENTOMBED A.D.

ENTOMBED A.D.

In der kurzen Umbaupause füllte sich das “Werk” weiter und es wurde schon etwas enger, als ENTOMBED A.D. die Bühne enterten. Ohne große Schnörkel bolzten die Schweden direkt los und brachten ordentlich Bewegung in die Halle. Auch wenn der Sound alles andere als optimal war, drückte dieser doch massiv aus den Boxen und massierte die Lauscher mit groovigem Death Metal und messerscharfen Riffs. Nach fetten 45 Minuten war Schluss und die ersten angeschlagenen Fans nutzten die knappe Pause, um Sauerstoff zu tanken oder um den Promille-Pegel auf Touren zu bringen.

ABBATH

ABBATH

Über ABBATH muss man wohl keine großen Worte verlieren. Die ehemalige Frontsau der legendären Band Immortal verwirklichte sich mit seinem Soloprojekt selbst und der Slot, direkt vor dem Headliner des Abends, war mehr als gerechtfertigt. Die Setlist enthielt Songs aus seinem Solodebüt, aber es waren die „alten“ Immortal Hits, welche die Fans steil gehen ließen. Es waren vor allem die älteren Abbath-Anhänger, welche ihrer Energie freien Lauf ließen, was man an der oftmals schon dünnen und schlohweißen Haarpracht unschwer erkennen konnte.

BEHEMOTH

BEHEMOTH

Die fleißigen Hände auf der Bühne bereiteten alles für den letzten Auftritt vor. Es wurde immer enger im “Werk”, Luft zum Atmen blieb nicht mehr viel und auch die letzten Black/Death Metal Anhänger erwachten endgültig aus ihrer Leichenstarre, als das Licht erlosch, ein episches Intro erklang und ihr Großmeister Nergal mit zwei Fackeln in den Händen erhaben die Bühne betrat. Und wieder wurde ein komplettes Album zum Besten gegeben. Doch „The Satanist“ wurde von Behemoth nicht einfach nur gespielt, nein dieses Album wurde zelebriert und Zeremonienmeister Nergal verkündete seine Botschaften mit Songs wie „Messe Noir“ oder dem genialen „O Father O Satan O Sun!“ seinen Jüngern. Und diese huldigten ihrem Meister in Form von rotierenden Nacken und fliegenden Haaren. Mit „Chant For Eschaton 2000“ ging ein wahnsinnig intensiver Konzertabend zu Ende.

BEHEMOTH haben wieder einmal mehr ihre Vormachtstellung im Extreme-Metal Bereich unter Beweis gestellt. Perfekte Bühnenshow, einer der charismatischsten Fronter überhaupt und Songs welche nicht von dieser Welt zu sein scheinen. An Nergal und BEHEMOTH führt im Extreme Metal Bereich kein Weg vorbei.

(Bericht & Fotos: Sandra Baumgartl)