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ARCH ENEMYs "Blue Queen" Alissa White-Gluz

Arch Enemy + Unearth + Drone live in Uelsen, 10.5.15

Es passiert nicht alle Tage, dass eine Band wie ARCH ENEMY in der Weltmetropole Uelsen spielt, deshalb packt man doch gern seine Sachen, um in Richtung der holländischen Grenze zu tuckern, nur um seine tägliche Dosis taufrischen Melodic Death Metal abzuholen.

Drone aus Celle thrashen sich den Weg durch das Zak

DRONE aus Celle thrashen sich den Weg durch das Zak

In der schicken modernen Disco Zak legen um 19 Uhr die, in Niedersachsen unlängst großflächig etablierten, DRONE los. Die Gewinner des Wacken Metal Battle 2006 kommen auch sofort auf den Punkt und klatschen in Fresse-voran-Manier dem Publikum ihre Songs um die Ohren. Mit den Tracks ihrer 2014 veröffentlichten Selftitled-LP rutschen die Herren um Fronter Mutz Hempel zwar in eine grobere Richtung als der Headliner, doch mit ihrer Machine Head-Power kommen DRONE in derbdreißigminütigen Spielzeit durchaus gut an.

Kein Grund, Schnuten zu ziehen: UNEARTH

Kein Grund, Schnuten zu ziehen: UNEARTH

Auch die amerikanischen UNEARTH locken mit ihrem melodischen Hardcore/Stampfer-Metal viele Fans aus ihren Löchern und eine ganze Menschentraube mit UNEARTH-Shirts sammelt sich zu einem putzigen Mini-Moshpit zusammen. In ihrem Set spiegelt sich ihre Entwicklung wieder, die von klassischem US-Hardcore über Melodic Death, bis hin zu Passagen mit dominanten klaren Vocals reicht, an der Headbangskala des Publikums lässt sich jedoch schnell feststellen, dass die brutalen Schnutenpolierersongs hier offenbar weitaus besser ankommen. Doch mit politischem Scharfsinn und einer Prise Persönlichem führen die Herren aus Massachusetts durch ihr Set, um danach die Bühne für ihre Century Media-Labelkollegen ARCH ENEMY freizuräumen.

ARCH ENEMYs "Blue Queen" Alissa White-Gluz

ARCH ENEMYs “Blue Queen” Alissa White-Gluz

Doch wer nach Uelsen kam, um Alissa White-Gluz und ihre Crew zu sehen, ist plötzlich vor einige Probleme gestellt. Denn als mit ‘Yesterday Is Dead And Gone’ die Halle zu wackeln beginnt, ist die Bühne dermaßen zugenebelt, dass man nur einige blaue und rote Köpfe erahnen kann. Dass der alte Klassiker ‘Burning Angel’ es wieder auf die Setlist geschafft hat und von Nachfolgefronterin Alissa derart genial performt wird, hebt wieder die Stimmung, das akute Nebelproblem bleibt allerdings bestehen und immer wenn die Schwaden sich lichten, sorgt eine neue Pusteladung für eine weitere weiße Wand. Schade, denn nicht nur Alissa White-Gluzs wilde Sprünge und Turnübungen machen eine Show visuell genial, sondern auch Michael Amotts Flitzefinger an der Leadgitarre. Ob ältere Tracks wie ‘My Apocalypse’ oder das neue ‘As the Pages Burn’ durch die Boxen scheppern, bei den Perfektionisten von ARCH ENEMY sitzt jeder Ton so wie er sollte und im Publikum fragt sich einer lautstark, wie Alissa wohl als Baby geklungen hat, wenn sie jetzt noch so irrsinnig schreien kann.
Mit dem Racheakt ‘Nemesis’ verabschiedet sich die Crew und immer noch läuft die Nebelmaschine auf Hochtouren. An dem, was man sehen konnte, gab es allerdings – wieder einmal – nichts zu meckern.

Fotos von allen drei Bands könnt ihr euch hier auf euren Bildschirm moshen lassen: ARCH ENEMY, UNEARTH und DRONE

(Anne-Catherine Swallow)

©Sound Infection 2015