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Any Given Day vs. To the Rats and Wolves

Freitag 8.12.2017, München, Backstage Halle
Support: Breathe Atlantis, For I Am King

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und viele Bands sind auf Wintertournee durch die Republik. So auch die aufstrebende Metalcore Combo Any Given Day aus Gelsenkirchen. Zusammen mit To the Rats and Wolves und ihrer Electro- und Metalcore Mische ging es für zwölf Konzerte auf Co-Headliner-Tour durch die deutschen Lande, ein kleiner Abstecher nach Zürich ausgenommen. Letzten Freitag gastierten Any Given Day dann in der Münchner Backstage Halle.

 

Den Anfang durften Breathe Atlantis machen, ebenfalls aus der Pott. Mit Alternative Rock und klar zum Thema passenden Core-Elementen sollten sie die einströmenden Massen auf den Abend einstimmen. Sänger Nico konnte das zahlreiche Publikum schnell und gut auf seine Seite ziehen. Für einen Opener gelang es Breathe Atlantis auf jeden Fall recht gut Bewegung in die Halle zu bekommen.

 

Für mehr Aufmerksamkeit sorgten dann die Niederländer von For I Am King. Mit der gebürtigen Iranerin Alma Alizadeh am Mikrofon wurde das Thema Metalcore endgültig zementiert. Zumindest war der Sound entsprechend abgemischt, die melodische Elemente à la Arch Enemy, wie sie in den Youtube Videos von For I Am King zur Geltung kommen, wurden leider einfach weggebügelt. In der Nachbetrachtung für mich schade, bietet dieser Sound meiner Meinung nach deutlich mehr als der doch etwas schlichtere Metalcore-Sound.

Mit dem ersten Headliner des Abends To The Rats And Wolves ging es zurück in den Pott. Als Intro schallte Eiffel 65s Hit von 1998, “Blue”, aus den Boxen. Für mich witzig, da ein großer Teil des Publikums zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit noch nicht auf der Welt war, langsam merkt man dann doch das Alter. Die Mischung von Electro und Metalcore traf aber genau des Volkes Nerv. Was sich zuvor schon platz- und temperaturtechnisch angekündigt hatte, wurde später bestätigt: Der Abend war restlos ausverkauft. Es wurde fleißig gesurft und Selfie-Stagediving betrieben. Ein Fan zog dabei sogar Sänger Nico von den Füßen der daraufhin kurz „unterging“. Nico zeigte hervorragende Nehmerqualitäten und lud eben diesen Fan dann kurzerhand zum Mitsingen ein, was dann mehr schlecht als recht gelang. Spätestens bei dem John Martin Cover “Anywhere For You” erreichte die Stimmung dann ihren Höhepunkt. Mit dem Titel “Home Is Where The Heart Is” coverten To The Rats And Wolves kurzerhand einen Song ihrer nachfolgenden Freunde von Any Given Day und bereiteten dadurch einen fließenden Übergang zum nächsten Programmpunkt.

Any Given Day konnten ebenfalls auf ihr Publikum zählen, nach kurzer Umbauphase, die von vielen zur Flüssigkeitsaufnahme genutzt wurde, fuhren die fünf Gelsenkirchener härtere Geschütze auf und fingen an, die Halle fachgerecht zu zerlegen. Von Mosh- über Circlepit bis hin zur Wall off Death gab es alles, was den geneigten Metalhead bei Laune hält. Dennis Diehl und seine Mannen spielten sich einmal quer durch ihre zwei Alben. Unterbrochen von immer wieder deutlichen Danksagungen an die Fans, ohne die eine Band natürlich nicht bestehen kann. Zum krönenden Abschluss gab es dann noch ihr Rihanna Cover Diamonds, ohne dieses wäre ich nie auf diese Band aufmerksam geworden. Wer auf aufstrebenden Metalcore aus deutschen Landen steht ist bei Any Given Day auf jeden Fall gut aufgehoben. Man darf gespannt sein, wann der nächste Langspieler von ihnen in den Läden steht. Live und in Farbe sind Any Given Day auf jeden Fall uneingeschränkt zu empfehlen.

(Text+Bilder: Björn Engelke)