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10 Alben, die man 2014 gekauft haben sollte

Ja ja, 2014 nähert sich dem Ende. So mancher dürfte erleichtert sein, andere freuen sich auch einfach nur auf ein paar freie Tage, bevor das nächste Jahr losbrettert, wir nutzten jedenfalls die Gelegenheit, um noch einmal in uns zu gehen – oder besser gesagt durch die Billyschränke namens “CD-Regal” zu wüten. Denn bei dem Tsunami an Alben, die dieses Jahr über uns hereingebrochen ist, die Übersicht zu bewahren, ist nicht gerade leicht. Deshalb haben wir hier für euch eine bunte (ja, wirklich verdammt bunte!) Mischung an CDs zusammengestellt, die ihr eigentlich gekauft haben solltet. Wehe, wenn nicht…

TORI AMOS: Unrepentant Geraldines
Mit ihrem 14. Studioalbum findet Tori Amos zurück zu ihren Wurzeln. Nachdem sie in den vergangenen Jahren Ausflüge in den Power-Pop und die Klassik unternommen hat, ist die 50-Jährige nun wieder bei ihrem ursprünglichen Mix aus Alternative-Pop und einer künstlerisch-freien Darbietung von Emotionen angekommen. Auf diese Weise ist mit „Unrepentant Geraldines“ eines der besten Alben ihrer fast 30-jährigen Karriere entstanden – melodisch, tiefgründig, aber unvorhersehbar.
Bei YouTube haben wir dieses Video von ihrem Auftritt in Berlin gefunden:

ARCH ENEMY: War Eternal
Als Angela Gossow im Frühjahr die Band verließ, hätte niemand geglaubt, dass ARCH ENEMY jemals wieder auf die Beine finden würden. Doch die Königin hinterließ eine würdige Thronfolgerin, die aus ihren Gefolge zwar einen mächtig bunten Haufen machte, doch einer Lady wie Alissa White-Gluz kann man nichts übel nehmen (von dieser Stimme will man schließlich nicht angeschrien werden). So wurde das neue Album „War Eternal“ ein weiterer Meilenstein des Melodeath, das vor cleveren Lyrics, Fingergeflitze und Selbstbewusstsein nur so strotzt und so gut wie keine Wünsche offen lässt – außer vielleicht den, blaue Haare zu haben:

WITHIN TEMPTATION: Hydra
Tarja Turunen, Howard Jones, sogar Rapper Xzibit – die Liste an Gastsängern las sich wie der rote Teppich einer Preisverleihung, doch neben den herausragenden Duetts, die Sharon Den Adel auf „Hydra“ ablieferte, befanden sich auch einige, weniger beachtete Songs, die aber ähnlich genial daherkamen und bewiesen, dass die Niederländer sich kaum noch toppen können. Von hohem Gequieke und Engelskleidchen hat die Band sich seit einigen Jahren verabschiedet und obwohl die Band nicht nur Lob für ihren Stilwechsel bekam, ist ihr Gothic-Pop-Metal zwar allgemeintauglich, aber ebenso hochwertig. So hat sich auf „Hydra“ kein einziger mieser Song eingeschlichen und wer Sharon das gelegentliche Herumgezappel verzeihen kann, sollte der Band aber ganz flott huldigen:

TUOMAS HOLOPAINEN – The Life And Times Of Scrooge
Einen kleinen Pott voll musikalischer Wonne gab es im Frühjahr von dem Nightwish-Keyboarder, der es sich in einem jahrelangen Projekt zur Aufgabe gemacht hatte, die Dagobert Duck Comics von Kultzeichner Don Rosa musikalisch zu untermalen. Obwohl das Genre des von “Life And Times…” sich nicht genau festlegen lässt und die meisten der Songs rein instrumental ihre Poesie verstreuen, lässt das Album sich grob zwischen Folk und Filmmusik nieder und lullt den Hörer in eine intensive, verträumte Atmosphäre, wie nur Holopainen sie erschaffen kann. Als besonderes Schmankerl wurde auch Sonata Artica-Sänger Tony Kakko eingeladen, in seinen Beitrag könnt ihr hier hineinschnuppern:

LANA DEL REY: Ultraviolence
Wie kann man schöne Dinge nur so traurig klingen lassen und traurige Dinge so schön? Lana Del Rey gelingt es scheinbar mühelos, jedes Gefühl mit seinem schwermütigen Zwilling zu verkuppeln. Herausgekommen ist ein wunderschönes und hörenswertes Album, das den ganzen Sommer über auf Repeat gestellt werden kann. „Ultraviolence“ übertrifft „Born To Die“ noch einmal um Längen – und Tiefen.

EELS: The Cautionary Tales of Mark Oliver Everett
Mark Oliver Everett – Der Mann, der sich selbst E nennt, nahm in diesem Jahr das 11. Eels Album auf. Die sehr persönlichen, oft dunklen Texte treffen auf eine fast schon fröhliche Musik, in der immer wieder Optimismus aufblitzt.  Kaum ein Album passt besser in die Jahreszeit.

MACHINE HEAD: Bloodstones & Diamonds
Lange Jahre galten die Herren um Rob Flynn nur als Circle-Pit-Treiber und wilde Rumdrescher, doch spätestens mit ihrem aktuellen Album gelang es ihnen, die thrashende Energie zu bündeln und mit einer Brise Ohrwurmspirit zu spicken – das Endergebnis schafft es, jegliche Konkurrenz in dem Genre alt aussehen zu lassen.
Zwar hat die Truppe sich nach Absage ihrer Tour und Lästereien über Children Of Bodom-Fans dieses Jahr auch unbeliebt gemacht, nichtsdestotrotz wurde mit dem siebenminütigen ‘Now We Die’ ein unumstößliches Monument geschaffen, das obendrein ein beklemmendes Video mitbringt:

SABATON: Heroes
Zahlreiche authentische Geschichten aus Kriegszeiten gemixt mit treibendem Power Metal und einer unverkennbaren Stimme – das sind SABATON. Auf “Heroes” gelang es den martialischen Schweden, einen Ohrwurmsong an den anderen abzuliefern und sowohl die jüngeren Generationen für historische Themen zu interessieren, als auch gewaltig abzuhotten. Besonders bombastisch (im wahrsten Sinne des Wortes) ist der Opener ‘Night Witches’, der von einem russischen Fliegerregiment im Zweiten Weltkrieg erzählt, das ausschließlich aus Frauen bestand.

THE SMITH STREET BAND: Throw Me In The River
Die Folk-Punker aus Melbourne sind fast ständig auf Tour. Da ist es kaum zu glauben, dass sie zwischendrin noch Zeit finden ein Album aufzunehmen (Und was für eins!). Im Sommer hatte Sound Infection die Gelegenheit Frontmann Will Wagner zu einem Interview zu treffen und die Band anschließend live zu erleben. Das neue Album sei wärmstens empfohlen und wenn die Jungs mal wieder in Deutschland sind, schaut sie euch unbedingt an, denn live sind sie der Hammer.

EQUILIBRIUM: Erdentempel
Die bierschwingenden Bayern muss man einfach lieben! Episch, wild und mit viel Humor schädelten EQUILIBRIUM sich auch durch 2014 und das, obwohl die Line-Up-Wechsel zu Beginn des Jahres ihnen mächtig zu schaffen machten. Aber Pagan Metaller lassen sich nicht so schnell beirren, sodass die unterhaltsamen Berserker um René Berthiaume rasch wieder auf ihr Pferd zurück fanden und was dabei herauskam, nun ja, das seht ihr hier – ein Hurra auf diese Crew, die sich einfach selbst nicht zu Ernst nimmt:

©Sound Infection 2015